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Die unabhängige Berliner Hilfsorganisation CADUS, die
bereits vor der griechischen Insel Lesbos in der Seenot-Fluchthilfe aktiv
ist, weitet ihr Engagement auf das zentrale Mittelmeer aus. Gemeinsam mit
Seeleuten der lifeboat gGmbH aus Hamburg wird CADUS dafür am 25. Juni in
Lesbos den traditionsreichen Seenotrettungskreuzer „Minden“ übernehmen und
nach Malta überführen. Von hier aus wird CADUS ab dem 1. Juli die zeitlich
unbegrenzte Aktion zur Rettung Geflüchteter vor der libyschen und tunesis-
chen Küste starten.

CADUS setzt dabei auf ein länderübergreifendes Hilfsnetzwerk, an dem sich
neben den Seeleuten von lifeboat und den Lebensrettern von CADUS auch das
britische Atlantic Pacific International Rescue Boat Project und die anda-
lusische Hilfsorganisation Proem-Aid beteiligt, wobei die Koordination der
Einsatzpläne der internationalen Search-and-Rescue-Crew in den Händen von
CADUS liegt.

„Wir wollen mit der ‚Minden‘ die Bemühungen der anderen Hilfsorganisa-
tionen im zentralen Mittelmeer um eine wichtige Ressource erweitern, die
es vor Ort so noch nicht gibt“, sagt Sebastian Jünemann, Geschäftsführer
von CADUS. Denn die „Minden“ ist mit ihren gut 24 Metern nicht nur extrem
wendig, sondern insbesondere auch darauf spezialisiert, die Menschen di-
rekt von den Booten ‚abzubergen‘. Ein entscheidender Vorteil gegenüber
größeren Schiffen, bei denen die Rettung nur über den gefährlichen Einsatz
von Shuttle-Schlauchbooten möglich ist.

„Natürlich stimmen wir unsere Rettungsaktionen aufs Engste mit den bere-
its vor Ort kreuzenden Schiffen von Ärzte ohne Grenzen, SOS Méditerranée
und Sea-Watch ab. Zusammen können wir die Rettungsaktionen auf einen viel
größeren Raum ausdehnen. Zugleich haben die Boote der anderen Organisa-
tionen weitaus höhere Aufnahmekapazitäten als die ‚Minden‘“, so Jünemann.

Die 1985 vom Stapel gelaufene „Minden“ war über Jahrzehnte vor Sylt sta-
tioniert, um Schiffbrüchige in der Nordsee zu retten. Ende 2013 wurde sie
schließlich außer Dienst gestellt und an einen Hamburger Privatmann ver-
kauft, der sie nun über die lifeboat gGmbh betreibt und CADUS zur Verfü-
gung stellt.

„Dem Eigner der ‚Minden‘ geht es ähnlich wie uns und unserem internation-
alen Team, aber auch allen anderen Helfern vor Ort: Wir alle haben kein
Bock mehr zuzuschauen, wie tagtäglich hunderte Menschen auf der Flucht
übers Meer ihr Leben lassen“, so Sebastian Jünemann. Allein seit Anfang des
Jahres ertranken nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR schon über
2800 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer. Zum Vergleich: Im gesa-
mten letzten Jahr waren es 3771.

Jünemann macht für diese Zahlen auch und vor allem die Politik der EU ve-
rantwortlich: „Nicht zuletzt durch den EU-Türkei-Deal haben sich die
Fluchtrouten wieder auf das wesentlich gefährlichere zentrale Mittelmeer
verlagert. Für uns ist es deshalb selbstverständlich, dass wir auch hier –
genauso wie in der Ägäis – versuchen werden, der auf Abschottung und Ab-
schreckung zielenden EU-Außenpolitik etwas entgegenzusetzen.“

Und noch etwas stellt Jünemann klar: „Die ‚Minden‘ wird auf gar keinen Fall
der verlängerte Arm von Frontex sein. Wir bekämpfen keine Schlepper. Unsere
Mission heißt einzig und allein Safe and Rescue, Suchen und Retten. Und wir
sagen es ganz deutlich: Alle Geflüchteten haben ein Recht auf einen sicheren
Fluchtweg.“

Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte telefonisch an Mischa Pfisterer, 030/9236 1277.

Sebastian Jünemann, (CEO von CADUS) 01712049974
ÜBER CADUS – redefine global solidarity

CADUS ist eine gemeinnützige und unabhängige Hilfsorganisation aus Ber-
lin, die innovative und nachhaltige Projekte für Menschen aus Krisen- und
Bürgerkriegsregionen initiiert, in deren Mittelpunkt die bedarfsgere-
chte Hilfe zur Selbsthilfe steht. Die Entwicklung der Projekte basiert auf
vielfältigen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen des Teams in diversen
Bereichen.

Die fachübergreifende Kooperation mit zahlreichen Partner*innen ist für uns
ebenso selbstverständlich wie die Berücksichtigung sozialer und ökologis-
cher Aspekte. Effektive Zusammenarbeit, Interdisziplinarität und kritische
Reflexion der bisher gängigen NGO-Praxis sowie eine frühzeitige Einbindung
lokaler Communities gehören zu den zentralen Werten von CADUS.

CADUS wurde 2014 ins Leben gerufen und wird mittlerweile von mehr als 25
ehrenamtlichen Helfer*innen unterstützt. Aktuell ist CADUS unter anderem
im Mittelmeer in der Seenotrettung aktiv und stellt ein medizinisches Team
auf der griechischen Insel Lesbos, in der Föderation Nordsyrien – Rojava
bildet CADUS zudem Sanitäter*innen aus und bereitet die Errichtung eines
mobilen Krankenhauses vor.

CADUS im Internet: www.cadus.org,
CADUS auf Facebook: www.facebook.com/cadus.org

Von CADUS koordiniertes internationales Hilfsnetzwerk übernimmt den Kreuzer „Minden“ zur Unterstützung der Seenot-Fluchthilfe im zentralen Mittelmeer

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